Forschung

Visualisierung

Visualising Textuality - New Interfaces to Historical Texts
Die Würzburger Universitätsbibliothek bewahrt mit dem „Würzburg Saint Matthew“ ein bedeutendes frühmittelalterliches Manuskript irischer Provenienz (M.p.th.f.61). Diese stark glossierte und kommentierte Handschrift aus dem 8. Jahrhundert ist Gegenstand dieses, durch die EU im Rahmen des Forschungsrahmenprogramms FP7 (Marie Curie) geförderten, Forschungsprojekts. Dabei werden in Kooperation mit der National University of Ireland, Galway und der Royal Irish Academy neue Methoden entwickelt, die Handschrift, ihre Texte und Kontexte zu erschließen und in Form einer digitalen „knowledge environment“ über das Internet zugänglich zu machen. Traditionelle Wege verlassend, geht es hierbei vor allem um die interaktive Visualisierung semantischer Zusammenhänge. Damit soll eine Plattform geschaffen werden, die Forschern den Einblick zum Beispiel in die textuelle Praxis, v.a. die der Glossierung und Kommentierung biblischer Texte, erleichtern soll.

Handschriften

Kodikologie und Paläographie im digitalen Zeitalter (KPDZ / CPDA)
Eine Forschungsinitiative zusammen mit den Kollegen vom IDE. Bislang wurde ein Sammelband zu aktuellen Forschungstendenzen in diesen beiden Gebieten veröffentlicht, ein internationales Symposium in München veranstaltet sowie ein Grant der European Science Foundation zur Durchführung eines "Exploratory Workshops" gewonnen. Band 2 zu "Kodikologie und Paläographie im digitalen Zeitalter" erscheint Anfang 2011.
Hyperspectral Imaging
Ein Forschungsvorhaben, das den "Computing"-Aspekt des Humanities Computing stärker in den Vordergrund stellt. Bei An Foras Feasa an der NUI Maynooth experimentieren wir mit einem Hyperspektral-Scanner zu verschiedenen geisteswissenschaftlichen Fragestellung. Mein Projekt zielt auf die Klassifizierung und idealerweise Datierung von Tinten in Handschriften.

Editorik

Textgenetische Editionen
In meiner Arbeit am kundige bok stieß ich schnell an die Grenzen von XML/TEI für die Auszeichnung von Textvarianz. Die internationale Arbeitsgruppe mit Elena Pierazzo (King's College London), Lou Burnard (Oxford University) und dem Team der Universität Würzburg (Fotis Jannidis, Gregor Middell, Moritz Wissenbach und Malte Rehbein) erarbeiten ein Modell zur formalen Erfassung textgenetischer Phänomene in Handschriften. Ziel der Arbeit ist vor allem die Schaffung eines Kodierungsmodells für textgenetische Editionen etwa im Umfeld von Entwurfshandschriften von Schriftstellern. Dieses Modell stellt eine Erweiterung der Richtlinien der Text Encoding Initiative TEI P5 dar. Die Arbeitsgruppe hat ihre Ergebnisse als White Paper (An Encoding Model for Genetic Editions) veröffentlicht und dem Text Encoding Initiative Consortium zur Implementierung vorgelegt. Weitere Informationen zum Projekt sind auf der Website der Arbeitsgruppe zu finden.
Kundige Bok
In diesem abgeschlossenen Projekt arbeitete ich an einem Manuskript aus dem 15. Jahrhundert mit dem Ziel einer digitalen Edition. Der Text enthält Regularien ("Burspraken") zum Alltagsleben im niederdeutschen Göttingen des Spätmittelalters. Das Manuskript wurde fast jährlich bearbeitet und weist daher zahlreiche Streichungen, Zufügungen, Transpositionen und Kommentare auf. Die Idee des Projekts ist es, die Möglichkeiten, die die Informationstechnologie bietet, auszunutzen, um mit dem Benutzer der Edition zu interagieren und eine dynamische Darstellung der Quelle zu erreichen. Eine kurze Beschreibung des Projekts in englischer Sprache ist hier zu finden. Zur Edition.
TEXTE programme
Im abgeschlossenen TEXTE unterstützte ich die Kollegen in der Erarbeitung von Editionen zur Korrespondenz des irischen Malers James Barry (1741-1806), irischen Balladentexten aus dem 19. Jahrhundert, des Dublin Penny Journal (19. Jahrhundert) und der Werke des irischen Dichters Thomas Moore (1779-1852).